Das war der Homecare Branchentalk 2026
Mit dem Homecare Branchentalk 2026 führten wir unsere erfolgreiche Veranstaltungsreihe fort und brachten erneut Experten, Entscheider und Vordenker der Branche zusammen. Der Branchentalk 2026, dieses Mal in dem beschaulichen Ort Neuhoff an der Zenn, bot spannende Impulse, offene Diskussionen und viele wertvolle Gespräche rund um die Zukunft der Homecare-Versorgung.

Branchenwissen aus erster Hand

Vom E-Rezept in der Praxis über die Homecare Botschafter Initiative bis hin zu Entwicklungen aus Kassensicht – unsere Experten lieferten wertvolle Einblicke in aktuelle Themen der Branche.
  • Von Homecare zum ambulanten Therapiemanagement – und wie geht es weiter?
    Norbert Bertram (VVHC) beleuchtete die Diskrepanz zwischen der zentralen Versorgungsleistung der Branche und ihrer mangelnden politischen Verankerung. Er forderte mehr Transparenz, einheitliche Standards und ein geschlosseneres Auftreten der Akteure. Ziel müsse ein strukturiertes ambulantes Therapiemanagement sein, um die Relevanz von Homecare dauerhaft sichtbar zu machen.
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  • Prof. Thomas Druyen
    Geschäftsführer, opta data Zukunfts-Stiftung

    Die Zukunft von Homecare beginnt im Kopf! Alles wird anders, wie gehen wir damit um?
    Zukunftsforscher Prof. Dr. Thomas Druyen gab einen weitreichenden Ausblick auf die Veränderungen durch Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und den demografischen Wandel. Technologien wie Sensorik, Robotik oder datenbasierte Versorgungssysteme würden künftig eine immer größere Rolle im Alltag und im Gesundheitswesen spielen. Gleichzeitig betonte er, dass Technik vor allem dazu dienen müsse, die menschliche Betreuung zu unterstützen – gerade in einer alternden Gesellschaft. Homecare könne dabei als Teil eines vernetzten Versorgungsökosystems eine wichtige Rolle spielen, in dem Technik, Therapie und persönliche Begleitung zusammenwirken.
  • Zukunftsfähige Hilfsmittelversorgung unter Berücksichtigung der aktuellen Lage im Homecare-Bereich
    Manuela Kaser-Brehmer (AOK Bayern) kritisierte in Ihrem Vortrag bürokratische Hürden und mangelnde Kommunikation, die zu unnötigen Konflikten führen. Sie warb für einen direkten fachlichen Austausch zwischen Kassen und Erbringern. Trotz Digitalisierungspotenzial bleibe für sie die menschliche Expertise in der Versorgung unersetzlich.
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  • Homecare ist essenziell für die Zukunft der Patientenversorgung: Was wir schon heute dafür tun müssen
    Christina Ries berichtete, wie aus einer spontanen Idee die Initiative der Homecare-Botschafter entstanden ist. Ihr Ziel: sichtbar machen, dass Homecare weit mehr ist als die Lieferung von Hilfsmitteln – nämlich die Koordination komplexer Therapien und die Begleitung von Patientinnen und Patienten im Alltag. Mit Aktionen wie „Politik trifft Alltag“, Informationsmaterialien und direktem Austausch mit politischen Entscheidungsträgern möchte die Initiative die Bedeutung der Branche stärker in die Öffentlichkeit tragen. Gleichzeitig ermutigt sie Unternehmen und Fachkräfte, selbst aktiv zu werden und die Relevanz der ambulanten Versorgung regional sichtbar zu machen.
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  • Bausteine für ein zukunftssicheres Gesundheitssystem
    Die Pflege-Unternehmerin und ehemalige Bundestagsabgeordnete Kristine Lütke beleuchtete zentrale Herausforderungen für das Gesundheitssystem – vom demografischen Wandel über Fachkräftemangel bis hin zu steigenden Kosten. Aus ihrer Sicht muss Versorgung künftig stärker ambulant, sektorenübergreifend und kooperativ organisiert werden. Entscheidend seien dabei eine bessere Nutzung vorhandener Kompetenzen, mehr Digitalisierung sowie eine stärkere Ausrichtung auf Prävention. Nur durch strukturelle Anpassungen und eine langfristig tragfähige Finanzierung könne das System stabil bleiben.
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  • eVerordnung Hilfsmittel – Erfahrungen aus dem Pilotprojekt
    Daniel Ernst gab Einblicke in den aktuellen Stand des Pilotprojekts zur E-Verordnung für Hilfsmittel. Ziel ist es, den gesamten Versorgungsprozess – von der ärztlichen Verordnung bis zur Abrechnung mit der Krankenkasse – digital und sektorenübergreifend abzubilden. Gemeinsam mit Krankenkassen, Softwareherstellern und Leistungserbringern werden dafür technische Schnittstellen, Dokumentationsanforderungen und Prozessabläufe getestet und weiterentwickelt. Erste Testphasen wurden bereits durchgeführt, eine weitere Pilotphase mit Realdaten ist für 2026 geplant, um die praktische Umsetzung weiter zu erproben.
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  • E-Rezept, KIM & Co.: Die digitale Apotheke in der Praxis
    Thomas Stanek berichtet über die Praxiserfahrungen mit dem E-Rezept und KIM. Trotz Startschwierigkeiten sieht er enorme Vorteile: Die digitale Verarbeitung reduziert die Bearbeitungszeit im Innendienst um fast 50 %. Bei KIM kritisiert Stanek die mangelnde Nutzung des Posteingangs in Arztpraxen, lobt jedoch die sichere Direktzuweisung von Rezepten, insbesondere in der Onkologie. Sein Rat an die Branche: Eigene Inhouse-Kompetenzen aufbauen, um den schnellen technischen Takt der Gematik mitzugehen. Zukünftig erwartet er durch den TI-Messenger (TIM) weitere Effizienzsprünge in der interdisziplinären Abstimmung.
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